+49 (0) 71 51 – 9 65 78 50
Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen,
Ansprechpartnerin: Daniela Roth
Full Stack Innovation Designer, AD/CD – Creative+Art-Direction, PromptEngineering, Creator, Founder, GF
Brand, CICD/Full Stack Innovation + Design, UXUI, fineart typographie+graphicdesign
Dresden-Berlin-Hannover-Stuttgart/BW+bundesweit
P U R P U R R O T H ® Creativstudio | Brand + Design + Web
eMotion + Innovation + DesignThinking + Development
Typografie.
Die Einzigartigkeit des Auftrittes in Verbindung mit menschlichen Grundsätzen, die Erdung, die Liebe zur eigenen deutschen Kultur und unseren Werten, wie Fleiß, Ordnung, Genauigkeit, Pünktlichkeit, Sparsamkeit, Wertschätzung, Freundlichkeit, Offenheit, Erfindergeist und vieles mehr, haben uns vor über einem Jahrhundert erfolgreich gemacht. Viele dieser positiven Eigenschaften sind in den letzten Jahrzehnten leider verloren gegangen. Begehen wir diesen guten Weg wieder, heben wir uns von allem dagewesenem, aufoktroyiertem ab und finden gemeinsam neue richtige sinnvolle, menschenwürdige Ziele, Dienstleistungen und Produkte.
Die Gestaltung und Schriftarten sind dabei für uns Designer ein äußerst wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und Ausdrucksweise. Ohne sie wäre es oft unmöglich, die gewünschte Botschaft eines Produkts oder einer Dienstleistung zu vermitteln. Die Wahl der passenden Schriftart, Bildsprache und Tonalität haben eine immense Bedeutung für die Übermittlung der richtigen Botschaft. Seit über 5.000 Jahren beschäftigt sich die Menschheit mit Typografie. Von den ursprünglichen Ritzungen und Malereien auf Stein bis hin zu den aufwendigen Gravuren, Stempeln und Schreibwerken der modernen Zeit – Schrift hat schon immer eine bedeutende Rolle in der Menschheitsgeschichte gespielt. Doch genauso wichtig ist ihre zeitgemäße Darstellung. Idealerweise sollte die Typografie im Web zum Corporate Design passen. Gute Typografie ist eine ausgewogene Mischung aus Lesbarkeit, Konsistenz, Zeitgeist und ästhetischem Empfinden, die den Inhalt optimal präsentiert.
+49 (0) 71 51 – 9 65 78 50
Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen,
Ansprechpartnerin: Daniela Roth
Brand, CICD/Full Stack Innovation + Design, UXUI, fineart typographie+graphicdesign
P U R P U R R O T H ® Creativstudio | Brand + Design + Web
eMotion + Innovation + DesignThinking + Development
Einflüsse und Phasen.
Die Typografie und Grafik in der DDR waren stark vom Bauhaus beeinflusst, durchliefen jedoch verschiedene Phasen der Akzeptanz und Ablehnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst eine Offenheit für Bauhaus-Konzepte, gefolgt von einer Phase der Kritik in den 1950er Jahren.
Ab den 1960er Jahren begann eine Neubewertung, die das Bauhaus wieder zu einem wichtigen Bezugspunkt machte. Der VEB Typoart Dresden spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung der DDR-Typografie. Grafiker und Schriftsetzer wie Gert Wunderlich, Herbert Tannhaeuser, Albert Kapr und Franz Ehrlich entwarfen hier Schriften, die auf nahezu allen ostdeutschen Druck- und Werbeerzeugnissen zu finden waren. Besonders einflussreich waren Schriften wie die Super Grotesk von Arno Drescher und die Maxima von Gert Wunderlich, die als Alternativen zu westlichen Typografien entwickelt wurden. Die Archigrafie, also die Verbindung von Architektur und Typografie, war in der DDR besonders ausgeprägt und gehörte zum Repertoire der baubezogenen Kunst. Neonschriften, oft von der Firma Neon-Müller in Dresden hergestellt, trugen zur urbanen Ästhetik bei.
Axel Bertram.
Axel Bertram (1936–2019) war einer der einflussreichsten Gestalter im deutschsprachigen Raum, insbesondere in der DDR. Nach seinem Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee arbeitete er als Grafikdesigner, Typograf und Herausgeber. Axel Bertram war ein bedeutender Grafikdesigner, Typograf und Schriftgestalter, dessen Werk die visuelle Kultur der DDR und darüber hinaus prägte. Mit seiner klaren, funktionalen Ästhetik prägte er das Erscheinungsbild zahlreicher Publikationen, darunter die Zeitschriften „Neue Werbung“ und „Wochenpost“, die er mit unverwechselbarem Design zu Leitmedien machte. Bertrams Arbeiten verbanden kulturelle Tiefe mit technischer Präzision, was sich nicht nur in seinen Buch- und Plakatgestaltungen zeigte, sondern auch in seiner innovativen Schriftentwicklung, etwa der digitalen Schrift Rostock, die aus der Tradition des Handsatzes entstand. Mit seinem Streben nach gestalterischer Präzision und Innovation setzte er Maßstäbe in Buchgestaltung, Magazindesign und Schriftentwicklung. Bertram kombinierte handwerkliches Können mit technologischem Fortschritt, etwa bei der Entwicklung der digitalen Schrift Rostock. Sein Fokus auf Lesbarkeit, Funktionalität und die kulturelle Bedeutung von Schrift macht ihn zu einer zentralen Figur in der deutschsprachigen Designgeschichte.
Neben seiner gestalterischen Arbeit war Bertram auch ein leidenschaftlicher Autor und Theoretiker, der die Bedeutung von Design in Gesellschaft und Kultur reflektierte. Seine Werke und Texte bleiben eine wichtige Quelle für Designer und Typografen, die nach einer Verbindung von Ästhetik und Funktionalität streben. Bertram lehrte und inspirierte Generationen von Kreativen, seine Wirkung reicht bis heute weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.
Andreas Frohloff. Berlin, 1987-1989.
Bertram arbeitete mit Andreas Frohloff zusammen. Sie veröffentlichten gemeinsam die Schriftfamilien Rabenau und FF Videtur. Diese Zusammenarbeit zeigt die Kontinuität der typografischen Tradition vom Bauhaus über die DDR-Zeit bis in die Gegenwart und unterstreicht die Bedeutung der DDR-Typografie für das heutige Schriftdesign.
Andreas Frohloff ist ein deutscher Typograf und Schriftgestalter, Type-Director bei Fontwerk, ein Meister der Typografie und Schriftgestaltung, der durch seine Arbeit bei Monotype GmbH, Leiter des Type Department bei FSI FontShop International GmbH und sein Engagement in der Typografie-Ausbildung, großen Einfluss hat. Seine Designs verbinden traditionelle Ästhetik mit den Anforderungen digitaler Medien, wobei er besonderen Wert auf Lesbarkeit und Funktionalität legt. Mit Workshops und Vorträgen fördert er das Verständnis für Typografie als zentrales Element visueller Kommunikation und prägt damit nachhaltig die Gestaltung von Schriften für Print und digitale Medien. Auch unsere Wege kreutzten sich in Berlin und haben mein Typografieverständnis nachhaltig geprägt, was diese Verbindung bedeutungsvoll macht.
Erik Spiekermann.
Erik Spiekermann ist einer der prägendsten Typografen und Informationsdesigner unserer Zeit. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit gestalterischer Präzision und haben das visuelle Erscheinungsbild zahlreicher Marken und öffentlicher Einrichtungen maßgeblich beeinflusst.
Von der Kellerdruckerei zur globalen Designikone. Geboren 1947 in Stadthagen, finanzierte Spiekermann sein Kunstgeschichtsstudium in Berlin durch eine eigene Kellerdruckerei. Seine Leidenschaft für Schrift und Gestaltung führte ihn in den 1970er Jahren nach London, wo er als Designer und Dozent tätig war. 1979 kehrte er nach Berlin zurück und gründete die Agentur MetaDesign, die für Kunden wie Audi, Volkswagen und die Berliner Verkehrsbetriebe arbeitete.
FF Meta: Die „Anti-Helvetica“. Mit der Schriftfamilie FF Meta schuf Spiekermann eine lesefreundliche Alternative zur Helvetica, ursprünglich für die Deutsche Bundespost entworfen. FF Meta zeichnet sich durch offene Formen und hohe Funktionalität aus und wurde schnell zu einem modernen Klassiker, der weltweit in Corporate Designs und Leitsystemen eingesetzt wird.
Pionier digitaler Schriftvermarktung. 1989 gründete Spiekermann gemeinsam mit Joan Spiekermann und Neville Brody den FontShop, den ersten Versandhandel für digitale Schriften. Mit der FontFont-Bibliothek etablierte er eine Plattform für innovative Schriftgestaltungen und förderte zahlreiche Nachwuchsdesigner.
Typografie als Haltung. Spiekermanns Philosophie betont die Bedeutung von Klarheit und Benutzerfreundlichkeit in der Gestaltung. Er sieht sich weniger als Künstler, sondern vielmehr als Problemlöser, der durch durchdachtes Design komplexe Informationen zugänglich macht.
Aktuelle Projekte und Engagement. Auch nach seinem offiziellen Rückzug aus dem Agenturgeschäft bleibt Spiekermann aktiv. In seiner Berliner Werkstatt p98a experimentiert er mit Buchdrucktechniken und verbindet traditionelle Handwerkskunst mit modernen Technologien. Zudem engagiert er sich für soziale Designprojekte und fördert den Nachwuchs in der Kreativbranche.
Ausgewählte Schriften von Erik Spiekermann. Zu seinen bekanntesten Schriftentwürfen zählen: FF Meta, ITC Officina Sans/Serif, FF Info, FF Unit, FF Meta Serif, Fira Sans, DB Type (für die Deutsche Bahn), FF Real, Case, Serie57. Diese Schriften sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch funktional und werden weltweit in verschiedenen Medien eingesetzt.
Erik Spiekermann bleibt eine zentrale Figur in der Welt der Typografie, dessen Arbeiten und Ideen weiterhin Designer und Gestalter weltweit inspirieren.
Kurt Weidemann.
Kurt Weidemann war ein einflussreicher deutscher Grafikdesigner, Typograf, Autor und Hochschullehrer. Geboren am 15. Dezember 1922 in Eichmedien, Ostpreußen, und verstorben am 30. März 2011 in Sélestat, Elsass1. Nach dem Kriegsdienst und der Gefangenschaft begann er 1950 eine Lehre zum Schriftsetzer in Lübeck und studierte später an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Weidemann war bekannt für seine Arbeit an Corporate-Identity-Projekten für große deutsche Unternehmen und seine Lehrtätigkeit an verschiedenen Hochschulen. Er gestaltete unter anderem die Hausschrift für den Daimler Benz-Konzern und war Berater für zahlreiche namhafte Firmen.
Kurt Weidemann hat eine Reihe von bedeutenden Werken in der Welt des Designs und der Typografie hinterlassen. Zu seinen bekanntesten Beiträgen gehören:
Schriftentwürfe: Weidemann ist für seine Schriftgestaltung bekannt, insbesondere für die Corporate ASE und die ITC Weidemann.
Lehrtätigkeit: Weidemann lehrte an verschiedenen Institutionen, darunter die WHU – Otto Beisheim School of Management und die Staatliche Hochschule für Gestaltung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.
Buchgestaltung: Er gestaltete Bücher für die Büchergilde Gutenbergsowie die Verlage Ullstein, Propyläen, Ernst Klett und Thieme.
Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine klare Linie, funktionale Schönheit und eine tiefe Verständnis für die Bedeutung von Typografie in der Kommunikation aus.
Zehn Gebote der Typografie. Kurt Weidemann, Abschrift
- Typografie ist die Kunst des feinen Maßes. Ein Zuwenig und Zuschwach entfernt sie ebenso von der Meisterschaft, wie ein Zuviel und Zustark.
- Typografie ist eine Dienstleistung. Die Kunst daran ist vor allem die Kunst, von sich selbst einmal absehen zu können, die Disziplin, sich nicht zwischen Autor und Leser zu drängen.
- Typografie hat schon vor Jahrhunderten ihre schönsten Formen gefunden. Dafür haben sich Gebote und Regeln gebildet, die dem Auge und der Hand dienen: dem Sehen und Begreifen. Ergreifen erzeugt Besitz. Begreifen fördert die Einsicht.
- Typografie geht im Abendland auf einen kaum zu verändernden Zeichenvorrat des römischen Alphabetes zurück, das ist so wenig zu verändern wie die Formen von Beil, Sichel, Pflugschar. (Das Rad muss nicht immer wieder neu erfunden werden).
- Typografie setzt logisches Denken und psychologisches Wissen voraus. Das Lesen nacheinander geordneter Buchstaben und Worte setzt die Fähigkeit zum Folgedenken voraus. Das ist mühselig und wird durch gute Typografie erleichtert.
- Typografie ist Umweltschutz der Augen, die es zwar zu öffnen und zu interessieren, aber nicht zu beleidigen und zu verwirren gilt. Das Sichtbarmachen von Sprache in all ihrer Ausdrucksvielfalt ist an den Grundzeichenvorrat des Alphabetes und an die Gesetze des Sehens und Verstehens gebunden.
- Typografie strukturiert Information und bereitet sie nach ihrem Inhalt auf; nach sachlich-logischen und mit ästhetisch-emotionalen Gesichtspunkten. Schlechter Satz ist unsozial. Wissen und Können führen zur Erkenntnis. Erkenntnis führt zu Haltung und Stil. Haltung befähigt zur Überzeugung.
- Typografie bildet durch Schrift. Schrift ist Charakter. Sie charakterisiert ihren Entwerfer, entlarvt Phrasen, falsches Pathos, Gemeinplätze, Anbiederungen. Selbstüberschätzung ist ein sicheres Anzeichen für Dilettantismus. Mit der Wahrheit leben vermeidet Gedächtniskonflikte.
- Typografie stellt so vielfältige Aufgaben, mit so unterschiedlichen Zielen, dass engstirnige Stilfanatiker in Konflikte geraten. Stilfanatismus endet in Routine; die ist kalt und abweisend. Etwas verstehbar machen ist die Vorstufe zum Erlebbarmachen.
- Typografie kennt nur wenige Regeln und Meister, die sich in einem halben Jahrtausend gebildet und erhalten haben. Sie sind nicht zu kopieren, (Aufgüsse schmecken schal) aber sie sind zu kapieren. Als die Kunst, Worte und Sprache in der ihr angemessenen Form sichtbar – lesbar – verstehbar zu machen: einsichtig zu machen. In der Typografie gibt es so wenig grundsätzlich neu zu erfinden wie in der Kochkunst …
Microtypografie und Ligaturen.
Microtypografie und Ligaturen sind zwei wesentliche Aspekte der Typografie, die sich mit den Feinheiten der Schriftgestaltung befassen.
Microtypografie bezieht sich auf die Detailgestaltung innerhalb eines Textes. Sie umfasst die Auswahl und Anwendung von Schriftarten, die Justierung von Buchstaben- und Wortabständen, sowie die korrekte Verwendung von Satzzeichen und anderen typografischen Elementen1. Ziel der Microtypografie ist es, die Lesbarkeit und das ästhetische Erscheinungsbild eines Textes zu verbessern. Sie betrachtet die kleinsten Einheiten der Typografie – von einzelnen Buchstaben bis hin zu ganzen Wörtern – und wie diese das Gesamtbild beeinflussen.
Ligaturen sind spezielle Zeichen, die aus der Verbindung von zwei oder mehr Buchstaben entstehen. In der Typografie werden sie verwendet, um optische Lücken zu vermeiden und ein harmonischeres Schriftbild zu erzielen2. Beispiele für häufige Ligaturen sind die Verbindungen von ‘f’ und ‘i’ zu ‘fi’ oder von ‘f’ und ‘l’ zu ‘fl’. Diese Verbundbuchstaben helfen dabei, die Lesbarkeit zu erhöhen und das Schriftbild zu vereinheitlichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microtypografie und Ligaturen zwar kleine, aber mächtige Werkzeuge sind, die die Qualität eines Textes maßgeblich beeinflussen können. Sie tragen dazu bei, dass ein Text nicht nur gut lesbar ist, sondern auch visuell ansprechend wirkt.


